Portrait Die Gebrüder Ohrentaub - selten sieht man ein so außergewöhnliches Ensemble auf den Konzertbühnen. Außergewöhnlich deshalb, weil sie vielen Stilrichtungen der Musik ein neues Klanggewand geben, und das begeistert das Publikum schon seit 1993. Durch die vielen eigenen Arrangements und Auftragskompositionen ist ein Konzert der Gebrüder Ohrentaub auch für Kenner der Tuba-Musik immer etwas Neues und Interessantes. Wer die Tuba sofort ausschließlich der volkstümlichen Blasmusik zuordnet, tut den Gebrüder Ohrentaub unrecht. Die klassisch ausgebildeten Musiker beherrschen ebenso barocke und klassiche, romantische und zeitgenössische, swingende und groovende Werke. Dass bei einer solchen Vielfalt von Zeit zu Zeit auch die volkstümliche Blasmusik kultiviert wird, versteht sich fast von selbst. Mitglieder Jakob M. Guizetti (Tenortuba) wurde 1970 in Hamburg geboren. Nachdem er zwei Jahre lang als Bassposaunist beim Luftwaffenmusikkorps Hamburg war, studierte er Posaune an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Wolf-Dieter Kollarz, danach privat bei Andreas Kraft (Rundfunksinfonieorchester Stuttgart). Er war sieben Jahre lang Posaunist und Tubist am Musical-Theater in Stuttgart. Momentan ist er freischaffender Musiker, musikalischer Leiter mehrerer Musikvereine sowie engagierter Instrumentallehrer. Alexander Kochendörfer (Basstuba) erblickte 1973 in Leipzig das Licht der Welt. Schon in jungen Jahren erhielt er mit seiner Tuba mehrere Jugendpreise. Sein Studium absolvierte er in Lübeck bei Lars Karlsson und in Köln bei Prof. Hans Gelhar, wo er 2004 mit dem Konzertexamen abschloss. Er war Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Jugendorchester, Praktikant an der Staatsoper Hamburg und bei den Düsseldorfer Symphonikern. Seit 2003 ist er Tubist der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford. Stefan Kaundinya (Bass- und Tenortuba) stammt aus Hamburg, wo er 1976 geboren wurde. Er studierte Tuba bei Ulrich Haas (Folkwanghochschule Duisburg), Prof. Walter Hilgers (Hochschule für Musik Weimar) und Stefan Heimann (Musikhochschule Stuttgart). Er war Mitglied mehrerer Jugendorchester, hatte Praktikanten- oder Zeitverträge bei der Philharmonie Essen, den Düsseldorfer Symphonikern und dem Rundfunksinfonieorchester Saarbrücken. Seit 2003 ist er beim Polizeimusikkorps Baden-Württemberg beschäftigt. Florian Heinl (Kontrabass- und Basstuba) wurde 1976 in Leverkusen geboren. Seine Ausbildung erhielt er von Ulrich Haas (Folkwanghochschule Duisburg) und im Aufbaustudium bei Prof. Walter Hilgers (Hochschule für Musik Weimar). Auch er war Mitglied in Jugendorchestern sowie Praktikant bei den Düsseldorfer Symphonikern und bei den Berliner Philharmonikern. Er war drei Jahre lang Tubist der Bergischen Symphoniker Remscheid / Solingen und ist seit 2004 Mitglied der Staatskapelle Schwerin. CD "Four Brothers" "Ihre CD belegt, dass der übersättigte CD-Markt immer wieder Überraschungen bereithält. Die Mischung aus Eigenarrangements und Originalkompositionen zeigen nicht nur eindrucksvoll, was in den vier Tubisten steckt, sondern macht das Anhören dieser CD darüber hinaus sehr kurzweilig. Das Quartett verzichtet auf billige Effekthascherei und konzentriert sich ganz auf die Musik." Stefan Heimann (Württembergisches Staatsorchester Stuttgart) Presse "Es gibt heute Abend nur tiefe Töne." Mit diesen Worten leitete Hans Kromat ein ungewöhnliches Konzert in seiner Werkstatt für Blechblasinstrumente ein. Zwei Stunden setzte das Tubaquartett "Gebrüder Ohrentaub" Werke alter Meister und zeitgenössischer Komponisten in tiefe, weiche Klänge. Und zwar zur Freude von gut 30 Gästen, zumeist selbst Musiker. (Wümme-Zeitung, 23. Juni 1994) Richtig schmettern durften die "Gebrüder Ohrentaub", deren Lautstärke ansonsten sehr kultiviert war, bei Bizets "Lied des Torrero", das Teil der "Carmen-Suite" ist. Hieraus blies das Quartett fünf abwechslungsreiche Sätze, darunter die "Habanera", bei der die Herren die Zuhörerinnen mit wunderschönem Legato umgarnten. (Herforder Kreisblatt, 9./10. April 2005) Selten wird es im Kammerkonzert so eng wie am Mittwoch. Das Studio war proppenvoll, als die vier Tubisten einmarschierten. Mit "Music In The Air" begrüßten sie ihr Publikum swingend. Jazzige Soli über einem lockeren Walking Bass, dazu Fingerschnippsen, das war einfach gut. ... Die Arrangements der Titel waren unheimlich schön und gewitzt gemacht, oft von Stefan Kaundinya oder Alexander Kochendörfer selbst. In der Carmen Suite von Bizet zogen sich die Motive durch alle vier Stimmen, oft mit unmerklichen Wechseln. Die Musiker kannten bei der Stückauswahl kein Pardon, gingen mit der Musik aber gleichzeitig so geistreich um, dass das Ergebnis genial war. ... Erstaunlich, dass sie nach nur zwei Zugaben schon gehen durften. (Neue Westfälische Zeitung, 8. April 2005) 4 drücken auf die Tuben, ein gelungener Titel für ein meisterhaftes Konzert in der Kirche in Grötzingen. Das Ensemble - die Gebrüder Ohrentaub. ... Die Wahl, diese wunderbaren Musiker als Abschlusskonzert für das Jubiläumsjahr zu wählen, hätte nicht besser getroffen werden können. (Aichtaler Echo, 15. Oktober 2004) Will man auch die nicht ständigen Konzertbesucher für Musik gewinnen, so sind attraktive Ideen gefragt. Das war auch diesmal der Fall, als die von Frau Pippart vom Sozialamt (Altenhilfe) initiierte Reihe "Kultur am Nachmittag" während der 11. Seniorentage stattfand. (Thüringer Landeszeitung, 11. Oktober 2004) Gehörlos waren die Musiker auf keinen Fall. Und auch bei den Musikfreunden der Region stieß das Konzert in der Nicolaikirche Auerbach am Sonntagnachmittag nicht auf taube, sondern eher auf hellhörige Ohren. Zu Gast waren die "Gebrüder Ohrentaub", ein Tubaquartett der Spitzenklasse. Diese ungewöhnliche Musiker-Formation machte neugierig. In der Nicolaikirche herrschte deshalb Andrang, alle Plätze waren besetzt, um dieses besondere Musikereignis zu erleben. Nach einem außergewöhnlichen Konzert feierten am Ende die Besucher die Musiker begeistert. (Freie Presse, 4. November 2003) Mit dem weichen vollen Klang ihrer virtuos dargebotenen, intonationsrein und genau aufeinander abgestimmten Musik, die sich in Tiefen und tiefsten Tiefen bewegte, erfreuten und begeisterten sie sofort die Zuhörerinnen und Zuhörer in der wieder einmal vollbesetzten, mit Kerzen stimmungsvoll erleuchteten kleinen Bispinger Feldsteinkirche. ... Ganz in ihrem Element waren die Tuben dann im "Finale" der Ouvertüre zu der Oper "Wilhelm Tell" von Gioacchino Rossini oder mit "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fucik. Zum mitreißenden Erlebnis wurden Arrangements von "Killing Me Softly with His Song" von Charles Fox, "Four Brothers" von Jimmy Guiffre, dem auf die Rassentrennung gedichteten Lied "Ebony and Ivory" von Paul McCartney oder der berühmten Filmmusik "Pink Panther" von Henry Mancini. (Zeitung der Lüneburger Heide, 10. September 2003) Das Spektrum, das die seit neun Jahren gemeinsame Sache machenden Tubaspieler aufbieten, ist einigermaßen verblüffend. Da allerdings niemand in frühen Jahren daran dachte, tatsächlich ein Stück für vier Tuben zu komponieren, bestellten sich die Ohrentaubs eines. Daniel Behle gibt in seinem Quartett den melodiösen, aber auch den dynamischen Qualitäten des tiefen Blechs Raum. (Lüneburger Zeitung, 29. Juli 2002) Dass es inzwischen höchsten Ansprüchen gerecht wird, bewies das Quartett jetzt in der Dorfkirche: Von Bachs "Contrapunctus" über Mozarts "Ave Verum" bis zum herrlich melancholischen "Desafinado", dem ganz und gar nicht schüchternen "Girl from Ipanema" und einem geradezu kultigen James-Bond-Medley wurde wirklich alles aufgeboten, was die Instrumente hergeben: sauber gespielt und in einem quasi kumpelhaften homogenen Miteinander. Es wurde viel Luft verbraucht in diesem Konzert, und die physische Kondition der Spieler verdiente allein schon Achtung. Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche waren total begeistert, aber auch die Musiker kamen in Repelen auf ihre Kosten: "Das hat Superspaß gemacht und ist auch gut rübergekommen." (Rheinische Post, 19. Februar 2002)